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Einleitung
Die Ursprünge des Adelsgeschlechts derer von Pöllnitz in Thüringen
Literaturgrundlagen bildeten das Deutsche Adels-Lexikon 1859 - 1870, die Gothaer Genealogischen Jahrbücher, Freiherrliche Häuser und Uradel 1850 – 1919, die Familiengeschichte des Geschlechts von Pöllnitz, Stuttgart 1726 und Leipzig 1745, die Ahnenreihe der Geschwister Fischer, die Familiengeschichte der Freiherren von Würtzburg 1931, die Chroniken von Schwarzbach, von Goseck, von Niederpöllnitz und eigenem umfangreichen Archivmaterial.

Annahme: Alter fränkischer, thüringischer und vogtländischer Uradel, welcher sich später auch in Württemberg, Preußen, Österreich, Rumänien und Amerika ausbreitete und schon im 11. Jahrhundert vorgekommen sein soll. Der Ursprung liegt im Dunkeln, doch gibt es verschiedene historische Hinweise, dass es ein fränkisches freies reichsritterschaftliches Geschlecht war, nur dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches als Ministeriale unterstellt. Und nach meinem momentanen Erkenntnisstand im Gefolge der fränkischen Auhausener/Lobdeburger und Würtzburger sich angesiedelt hatte, im Saaletal um Jena, später im Orlagau und Osterland, als feste Piloten der Reichspolitik im damaligen Grenzbereich zu den siedelnden slawischen Stämmen. Dabei ist anzunehmen, dass u.a. die Besitzungen Obern-, Mitteln- u. Nedernpolnicz ursprünglich reichsritterschaftlich waren und diesem Vorpostengeschlecht einst auch seinen Namen de Polnicz gab. Der Ortsname leitet sich wahrscheinlich ab vom slawischen polnica = Feld/Acker. Eine andere Auffassung leitet den Namen ab von polnicz=Pohle, der Bach im offenen Gelände. Die Pöllnitz durchfließt eine ausladende Senke zwischen Triptis und Weida in Ostthüringen.
Ohne Zweifel gehörten die von Pöllnitz mit zu den ältesten und bedeutendsten Geschlechtern unserer Gegend. Eine andere Version war die Vermutung, dass der Ursprung in der Linie derer de Meczsch liegen könnte, mit dem Verweis auf gleiche Wappendarstellungen. Die von Meczsch wurden später zu Grafen und 1763 in der Verbindung „Khevenhüller-Metsch" zu Reichsfürsten erhoben. Zur Unterscheidung zu denen de Meczsch nannte man sich deshalb endlich de Polnicz in Anlehnung an die genutzten Wohnsitze. Doch diese Annahme ist überholt und wird auch im Familienverband derer von Metzsch anerkannt..
Üblicherweise wurde das Geschlecht in den Ansiedlungsursprüngen und Anfangsjahrhunderten in den Urkunden namentlich nicht nach den Stammsitzorten unterschieden, sondern nur de Polnicz genannt. Der zurzeit urkundlich nachgewiesene erste Träger des Namens ist Gotsenicus de Polnicz (Gotzo I.), genannt in einer Weißenfelser Urkunde vom 29.12.1238 und mit der üblichen Schreibweise bis Mitte des Spätmittelalters. Doch gibt es Namenserwähnungen schon weit vor dieser Urkundenlage. Nach neueren Erkenntnissen und Forschungen auch der Familien von Metzsch ist man nun der sicheren Meinung, dass die von Metzsch ihren Familienursprung in der Pöllnitz-Familie haben. Siehe auch die späte erstmalige Nennung 1314 des Lutolt de Polnicz zu Miesitz mit Namensanhang dictus de Meczsch, der von mir in einer weiteren Dokumentation über die Anfänge genannt wird.

In der folgenden vierteiligen Dokumentationsarbeit wird von mir der Versuch unternommen, in Form einer „Textstammtafel" die Personen der Familien von Pöllnitz aus dem „Haus Schwarzbach" vorzustellen. Warum? Nach dem Niedergang der alten Stammhäuser Nieder-, Mittel- und Oberpöllnitz bzw. deren Verkäufe, entwickelte sich das „Haus Schwarzbach" zum Ursprung aller späteren Stammlinien derer von Pöllnitz (Polnicz, Pölnitz, Poellnitz).
Zurückgestellt habe ich im Moment noch die eigentliche Anfangszeit derer von Pöllnitz in unserem ostthüringischem Siedlungsraum. Die Veröffentlichung dieser Anfänge wird zu gegebener Zeit erfolgen.

Adel v. Pöllnitz – Haus Schwarzbach – Alte Linie
Wann eine der Polnicz - Familien Schwarzbach erworben hatte ist unklar. Fest steht jedenfalls die Tatsache, dass die von Pöllnitz in vielen Orten der Umgebung lange vor dem Erwerb von Schwarzbach hier schon Besitzungen hatten. Gemeinsam ist den Pöllnitz-Linien über viele Jahrhunderte das Stammwappen mit dem aufgestellten blauen Sparren. Auch die Schwarzbacher Zeiten begannen vermutlich wesentlich eher als im Folgenden genannt. Doch bis jetzt wurde noch kein Lehenbrief gefunden, der darüber informiert. Als ein Beleg für frühere Besitzungen, siehe meine Webseite "Rittergut Niederpöllnitz" - Lehenbrief 1416.
Die nachfolgende Dokumentation wurde von mir in 4 Teilbereiche unterteilt und ist im I. und II. Teil wegen der umfangreichen Darstellung und Verzweigung im Querformat verfasst.

Sehr geehrter Leser, da diese Arbeit eine erstmalige, vorläufige Zusammenstellung bedeutet, bin ich jedem Fachmann dankbar für weitere Zuarbeiten, glaubwürdige Richtigstellungen oder Ergänzungen. Diese Dokumentation wurde erstellt mithilfe der oben genannten Unterlagen. Kopien und Nachdrucke für kommerzielle Verwendungen sind ohne meine Erlaubnis nicht statthaft.
Ernsthaften Kontakt zum Thema bitte über meine Telefonnummer.

Wolfgang Schuster, Triptis/Oberpöllnitz 3/2003 – akt. 9/2017

Textstammtafeln der "Alten Linie" in Teil I bis IV

HausschwarzbachTeilI.doc [45 KB]
HausschwarzbachTeilII.doc [30 KB]
HausschwarzbachTeilIII.doc [53 KB]
HausschwarzbachTeilIV.doc [48 KB]

Bildkopie aus: "Schwarzbach - Ein Heimatbuch aus den Tälern" von Klaus Bergner, Renthendorf/Thür. 2012
Für die Genehmigung zur Veröffentlichung auf meiner Homepage danke ich Herrn Bergner recht herzlich, da mir eine solche Aufnahme nicht zur Verfügung stand.

Das idyllisch gelegene Schwarzbach/Thür. in einer Gesamtansicht mit dem historischen Rittergut links oben.