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Dorf und Rittergut unter denen v. Schauroth

Das uradlige, altthüringisch-vogtländische Geschlecht derer v. Schauroth

Das Adelsgeschlecht v. Schauroth spielte in der Familiengeschichte der v. Pöllnitz immer wieder eine verbindende Rolle. Speziell auch in Oberpöllnitz, da Mitglieder der Familie über Jahre die Rittergutsökonomie in Pacht besaßen und ein Zweitpatronat in unserer Kirche innehatten. Durch umfangreichen Besitz im Raum Gera und später auch im Vogtland und um Saalfeld, besaßen Mitglieder der Familie teilweise hohen Einfluss an den reußischen Höfen.
Aufgrund dieser Zusammenhänge möchte ich die momentan bekannte Historie derer v. Schauroth auf Geroda auf meiner Homepage mit veröffentlichen.
Es ist eine Zuarbeit zur Familienchronik derer v. Schauroth. Deshalb danke ich sehr herzlich der Familienchronistin Frau Edelgarde Galperin geb. v. Schauroth aus Bremen für die Genehmigung zur Veröffentlichung.
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Das Haus Geroda und die 260 Jahre währende Geschichte derer v. Schauroth

Voran stellend muss ich darüber informieren, dass die Geschichte des Rittergutes und des Dorfes Geroda bis heute noch nicht fachkundig und fundiert erforscht und aufgearbeitet wurde. Urkunden, Lehns- und Steuerakten liegen unbeachtet noch in vielen Archiven. Diese traurige Tatsache bezieht sich eigenartigerweise auch auf fast alle umliegenden Dörfer im ehemaligen Neustädter Kreis, ausgenommen die Erarbeitung einer allgemeinen Ortschronik für Mittelpöllnitz 2007. Oftmals existieren nur Niederschriften einzelner Pfarrer oder Lehrer aus den Jahren um 1920. Die Ursache können sich heutige Fachleute nicht genau erklären. Aus diesem Grund kann auch ich nur Informationen liefern, die als sogenannte Nebenfunde bisher zur Kenntnis gelangt sind. Das heißt aber auch, die Geschichte des Hauses wird in den kommenden Jahren noch detailreicher aus dem Dunkeln treten.

Kurzfassung der Dorfhistorie
Nach den fleißig veröffentlichten Ortslexiken der Historiker Lehfeldt, Schumann, Poenicke, Kronfeld, Kneschke, Löbe u.a. gilt für Geroda vom Verfasser zusammengefasst Folgendes: „Ein Dorf im Neustädter Kreis, im Amt Arnshaugk, unweit von Triptis nordöstlich gelegen, altschriftsässig, gehört zum hiesigen altschriftsässigen Rittergut, ist nach Oberpöllnitz eingepfarrt (bis 1512) und jetzt nach Mittelpöllnitz eingeschult, besitzt eine Ölmühle, eine Ziegelhütte, ein Wirtshaus, hat südlich und östlich Fischteiche, nördlich Wald, hat 1822 31 Häuser mit nur 112 Seelen und 1870 beträgt dessen Flur ca. 170 ha, davon 38 ha Wald. Dem Rittergut unterstehen noch die Wiesenmühle im Ort, die Dörfer Birkhausen und Porstendorf und 2 Hausgesessene und mehrere Grundstücke in Mittelpöllnitz. Der Gutssprengel wird 1801 mit 136 Untertanen angegeben. Das Herrenhaus ist aus dem Jahr 1847 und Älteres ist nichts erhalten.“ (10) Dieses genannte Herrenhaus ist 1938 abgebrannt und wurde in der heutigen Ansicht damals wieder neu errichtet. (W. Sch.)

Zum Ursprung:
Zur Namenshistorie übermittelte mir der Spezialist für Ortsnamen, Herr Gerhard Richter aus Leipzig, Dozent a.D. der Uni Leipzig, nachfolgenden Erklärungsversuch:
„Gerode ist zweisilbig und kann nach dem New Welsh Dictionary (NWD) definiert werden mit: ger = nahe von und rode = Rodung, also Nahe von dem Rodungsplatz. Die Besiedlung könnte schon ab 800 erfolgt sein. Wenn man das deutsche - Roda - als Rodung annimmt, wäre eine vorslawische Besiedlung „an der Rodung“ denkbar. Auf das Keltische bezogen: reodh (gälisch) = Feld, später sprachlich roed = roth, mit der Übername zu dem Begriff Feldland. Die alte Schreibform „zum Rode“ und „zu Rode“ die oftmals in den frühen Urkunden benutzt wurde, bezeichnet auch einen Ort „vor der Rodung“. Vom Namensursprung altthüringisch, möglicherweise vorslawisch, wenn man auch mit der Endung - a - argumentieren möchte. Zur Unterstützung einer These müssten allerdings archäologische Beweise herangezogen werden.“
Diese Ausführungen sind auch für den Verfasser interessant, da in der Lehnsurkunde von 1416 derer v. Pöllnitz das Vorwerk Geroda mit „Roth“ benannt wird. Irrtümlicherweise aber von einem Historiker daraus der Begriff „Roch“ wurde und so durch die Geschichte wanderte.
Unterstützende Argumentationen zum Ursprung des Ortes ließen sich durchaus auch in der Erforschung der Siedlungs- und Flurform finden. Gerade der Orlagau als einer der ersten ostfränkischen Kolonisationsgebiete und damit dessen Kultureinfluss, hatte wesentliche Einwirkung auch auf das Siedlungs- und Agrarwesen. Von einem geschlossenen Gutsweiler kann hier nicht gesprochen werden. Das Vorwerk mit seiner Blockflur war stets losgelöst von den umgebenden Siedlungen, auch vom Dorf Geroda und dessen Gelängeflur. Aber zu dieser speziellen Fachthematik befasse sich der Leser mit den Ausführungen des Dr. Leipoldt, S. 154 (11), der zudem auch S. 60 ff. die Namensgrundformen -rode und -reuth in unserer thüringisch - vogtländischen Heimat beleuchtet. Ich persönlich favorisiere eine Besiedlung nach 1150, da in der östlichen Grenzbeschreibung des „Pagus Orla“ aus dem Jahr 1071 nur die Flur „Berchenheyde“, der Grenzbegriff „Strosowe“ und der feste Gutshof „Dobrawicz“ bei Uhma genannt werden (wahrscheinlich das wüste Vorwerk Tischendorf). Interessant ist auch die urkundliche Ersterwähnung des Nachbardorfes Ebersdorf (Groß-) im Jahr 1162.
Die Lage des ehemaligen Siedelhofes und späteren Vorwerks war auf jeden Fall vorteilhaft im Kreuzungsbereich zweier uralter Handels- u. Heerstraßen. So verlaufen nahe daran vorbei die Straße von Regensburg bzw. Nürnberg, über Plauen bzw. Schleiz, nach Naumburg sowie die Straße von Bamberg über Saalfeld und Gera, nach Zwickau bzw. Altenburg u. Leipzig. Ebenso führte am Ort die sogenannte "Hohe Straße" vorüber. Die Lage auf einem Hügel der zwischen Triptis und Weida liegenden Pöllnitzsenke in Ostthüringen und an der unmittelbaren Ostgrenze des ehemaligen „Pagus Orla“, erhöht die geschichtliche Bedeutung der Ansiedlung. Geroda gehörte gerade noch zum Orlagau und damit zu der kirchlichen Besonderheit der Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz, während die nordöstliche, östliche und südöstliche Umgebung dem Erzbistum Magdeburg unterstand. Politisch-militärisch war die Pöllnitzsenke wie auch das sich östlich anschließende "Osterland", altes Reichsgebiet, organisiert unter der Regentschaft eines Thüringer Landgrafen und einer Anzahl Reichsministerialen. Doch gerieten diese Territorien im 13. Jahrhundert unter den Einfluss der Wettiner, da Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen (1216-1288), im Jahr 1249 auch Landgraf von Thüringen wurde. Ab 1423 heißt es dann Kurfürstentum Sachsen. Die nachfolgenden verschiedenen Landeszugehörigkeiten in Anbetracht der zahlreichen Erbteilungen im Sachsenland sollen in diesem Rahmen außer Betracht bleiben.

Die Orts- und Flurlage
Der große Kessel der sogenannten Pöllnitzsenke wird allseits umgrenzt von Höhenzügen zwischen 380 und 430 m ü. NN. Das Dorf Geroda liegt auf einer Höhe von 344 m ü. NN und das Rittergut auf 352 m ü. NN. Der südliche Teil dieser Senke, also rechts des ostwärts fließenden Pöllnitzbaches, besteht sehr stark aus Grauwacke mit den in dieser Zone zahlreich vorkommenden Steinbrüchen, die ganze Nordseite links des Baches nimmt der Buntsandstein ein. Aufgeschlossen ist diese Flur ebenfalls durch zahlreiche Lehm- und Sandbrüche mit dem Resultat, dass jedes Dorf eigene Sandlager erschlossen hatte und Geroda und Oberpöllnitz neben anderen Orten je eine Ziegelhütte betreiben konnte. In den Talsohlen der Bäche gibt es vorwiegend ein Gemisch von Lössböden, geschiebefreiem Lehm und Dolomiteinlagen in Form von Lettenlager. Der Buntsandstein ist gerade auch in der Flur Geroda bald mehr kalkig, bald mehr tonig. Aus diesem Grund gab es in Geroda im Bereich des Gutes und auch auf der nordöstlichen Höhe von Oberpöllnitz einen Kalkbrennofen. Je mehr man aus der Ebene nach Norden kommt, desto mehr nimmt der Sandboden überhand. Zeugnis sind seit jeher große Waldgebiete mit vorrangigem Fichten- und Kiefernbestand.
Die Ackerfluren um Geroda eignen sich gut für Getreide, in alten Zeiten bevorzugt Roggen, Gerste und Hafer, aber auch für Flachs, Klee, Luzerne und in besonderen Lagen auch für Hackfrüchte. Die trockenen Sandgebiete und hängigen Waldflure wurden bevorzugt für die Schafhaltung genutzt. Jedes hiesige Rittergut hatte einen Schafhof und Herden von 300 bis 800 Tieren, oftmals sehr zum Leidwesen der ansässigen Bauern wegen der bis 1856 bestehenden Hut- und Triftrechte. Für den Besitzer eine lukrative Einnahmequelle, brauchte man doch die Wolle in allen umliegenden Städten für die stark ausgeprägte Textilindustrie. Der Kuh- und Schweinebestand war im 18. und 19. Jahrhundert oft recht bescheiden. Das änderte sich erst mit der Abschaffung der Dreifelderwirtschaft, aber vor allem auch mit dem Übergang zur intensiveren Stallwirtschaft (Mistproduktion) und der Einführung des zielgerichteten, verstärkten Einsatzes mineralischer und chemischer Düngemittel Mitte des 19. Jahrhunderts.
Aus einem Kaufanschlag des Rittergutes Mittelpöllnitz aus dem Jahr 1750 möchte ich einige Ernteerträge in zu damaliger Zeit üblicher Weise darlegen. Es wurde nicht wie in heutiger Zeit mit Dezitonne je Hektar gerechnet, sondern wie viele Scheffel Erntegut wurden gegenüber dem ausgesäten Scheffelmaß ausgedroschen. Mit einem Scheffel Getreide (1 Neustädter Sch. = 112 Liter) wurde ein Scheffel Feld bestellt. (1 sächs. Sch. = 27,67 ar = 2767 qm) (4)
Roggen das 4 ¼ fache der Aussaat
Gerste das 5 ½ fache der Aussaat
Hafer das 5 ½ fache der Aussaat

Das Vorwerk
Das Vorwerk Geroda war neben vielen anderen Orten und Besitzungen in der Pöllnitzsenke ursprünglich alter Besitz derer v. Pöllnitz. Wann die v. Schauroth mit dem Vorwerk erstmalig belehnt wurden, liegt noch im Dunkeln. Die bekannte erstmalige Belehnung erfolgte 1565 an Heinrich v. Schauroth auf Langenberg (1540/45-1621). Eine nicht gesicherte Quelle spricht von einer Erstbelehnung ca. 1524 an einen Hans v. Schauroth. Die Edlen v.d. Planitz auf Niederpöllnitz hatten das Vorwerk 1438 in Hauptlehen und in
Birkhausen einen Teich.
PS: Nach neuen Aktenstudien im ThHStAW konnte ich erfahren, dass 1547 der Besitzer von Geroda Levin v.d. Planitz hieß. Er wurde zur Abgabe der Defensionssteuer veranschlagt. (W. Sch. 2/16) Man beachte auch, dass in diesen Zeiten Familienhäupter v. Pöllnitz und v. Schauroth am Hof der Reußen in Gera verkehrten und in der Stadt in Nachbarschaft Stadthäuser unterhielten. Man kannte sich also! Das bezeugt auch die Hochzeit des Hildebrand v. Schauroth (1569-1628) am 8.05.1596 mit der Schwester des kursächsischen Kanzlers Bernhard v. Pöllnitz, Sabina v. Pöllnitz a.d.H. Schwarzbach († 1612).

Zur Kirchengeschichte
Eingepfarrt war Geroda bis 1512 nach Oberpöllnitz, danach gehörte der Ort zur neugebauten Tochterkirche Mittelpöllnitz, verbunden mit dem Patronat der Schauroths. Daraus begründet blieb das Zweitpatronat in der Mutterkirche Oberpöllnitz und die Familie v. Schauroth besaß, neben dem Oberpöllnitzer Rittergutsbesitzer als Patron der Pfarrei, ebenfalls einen gesonderten Patronatsstand mit Wappen in der Kirche. Die Entstehungszeit dieser Kirche liegt im Dunkeln. Sie wird für Ende des 13. Jahrhunderts vermutet. Eine Erstnennung ist zurzeit für 1480 bekannt, als die eingepfarrte Gemeinde Mittelpöllnitz sich mit dem Pfarrer Heinrich Göta von Oberpöllnitz bezüglich verschiedener Irrungen vergleicht. Weitere katholische Pfarrer der Parochie Oberpöllnitz sind in den Archiven noch nicht entdeckt. Erst die angeordnete Kirchenvisitation im Juli 1527 im Amt Arnshaugk und in dem daraufhin erstellten Visitationsbericht wird der erste reformierte Pfarrer Adam Zaumseil genannt. Alle weiteren Kirchenpersonen, auch die später eingestellten Kantoren und Lehrer sind dann bekannt. Nach Lehfeldt „Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens“, S. 221 ff., hat die Kirche wohl einige Umbauphasen durchlaufen und ist 1744 im Wesentlichen in ihrem heutigen baulichen Erscheinungszustand errichtet worden. Die Filialkirche Mittelpöllnitz wurde nach Lehfeldt, S. 218 ff., ca. 1512 gebaut. Umfangreiche Verwüstungen erfährt das Dorf 1639 noch von durchziehenden plündernden Soldaten. Auch die Kirche war davon betroffen, die dann in den nachfolgenden 150 Jahren nie mehr zu einem wertvollen Gotteshaus entwickelt werden konnte. Dieser trostlos gewordene Erstbau wurde daraufhin ca. 1684 durch einen Neubau ersetzt. Erst durch den Bau der neuen Staatsstraße 1821-1826 von Neustadt a.d. Orla über Triptis nach Mittelpöllnitz im nunmehrigen Großherzogtum Sachsen-Weimar, unter der Leitung des berühmten Hofarchitekten Clemens Wenzeslaus Coudray aus Weimar (1775-1845), bekam auch Mittelpöllnitz einen völlig neuen tollen Kirchenbau. Diese neue, sogenannte Chorturmkirche besteht aus einem quadratischen Chorturm und einem achteckigen Kirchenschiff. Sie wurde von Coudray entworfen und gehört zu den eindrucksvollsten klassizistischen Kirchenbauten.
Das Vorhandensein einer Tochterkirche ab 1512 in Mittelpöllnitz ermöglichte den Einwohnern von Geroda einen bequemeren Kirchgang. Das Patronat darüber hatten wie erwähnt die v. Schauroth, auch hier mit eigenem Patronatsstand. Ein weiteres Patronat besaßen sie auch für die Kirche in Birkhausen, seit 1623 ein Filial von Schwarzbach. Aus dem Jahr 1708 stammt ein für die Kirche in Mittelpöllnitz gestifteter schöner Abendmahlskelch mit den Initialen des Ehepaars Christian Heinrich v. Schauroth (1677-1739) und dessen Gattin Christiane Catharina v. Sch. geb v. Lilien, vermutlich aus Anlass ihrer Hochzeit. (4+6)

Zur Schulgeschichte
Herr Lehrer Wolf schreibt im Jahr 1923 in seiner „Schulhistorie von Oberpöllnitz“: „Mit Bestimmtheit kann angenommen werden, dass in Oberpöllnitz vor 1670 keine Schule und kein Lehrer vorhanden waren, denn ein in den Kirchenakten befindlicher Eintrag über einen Rezess besagt, es soll die Gräserung auf den Gottesäckern, die bisher, da kein Schulmeister vorhanden, die Herren Pastoren eingefahren haben, den jetzigen und künftigen Schulmeistern zu ihrem besseren Auskommen in aller Zeit verbleiben.
Entsprechend dieser Notiz kann man schlussfolgern, dass der Schuldienst vor dieser Zeit vom Pfarrer im Pfarrhaus mit durchgeführt wurde bzw., wie in unseren Dörfern auch üblich, von einem „gelehrten Bauern“ oder in Reihe besorgt wurde. Also von Haus zu Haus der Nachbarn der Altgemeinde. Im Kirchenbuch befindet sich ein Eintrag, dass die Schule im Ort Oberpöllnitz im Jahr 1670 von dem damaligen Besitzer des Rittergutes, dem hochwohlgeborenen und gestrengen Herrn, Herrn Hans Christoph v. Pöllnitz d.J. (1638-1680) gegründet worden sei. Die Einweihung und Übernahme wurde am 29.11.1670 vollzogen und unter den Protokollanten befindet sich auch die Unterschrift des Christian Julius v. Schauroth, Rittergutsbesitzer von Geroda (1642-1708).
„Für den Aufbau des Schulhauses hat der Patron das Holz hergegeben, haben die Eingepfarrten die Dienste geleistet, der Landesherr Herzog Moritz v. Sachsen-Zeitz (1619-1681) hat 30 Gulden bewilligt und die noch erforderlichen Gelder zur Deckung der Kosten, sollen jetzt und künftig aus den beiden Gotteshäusern Oberpöllnitz und Mittelpöllnitz genommen werden“, steht in der Schulhistorie geschrieben. Die Schule wurde von den Kindern aus Ober-, Stein-, Buch-, Mühl- und Mittelpöllnitz, Geheege und Geroda besucht. Da der Weg im Winter für die Kinder aus den entfernter liegenden Orten oftmals sehr beschwerlich war, gab es laut Chronik für diese Kinder des Öfteren Ausfalltage. Hier waren der Pfarrer und der Lehrer nun angehalten, mit den Eltern einen Konsens zu finden. Über die verschiedenen Aufgaben und Verpflichtungen des Pfarrers und des Lehrers sowie über die unterschiedlichen Besoldungen und Abgaben an diese Personen möchte ich hier nicht eingehen, da sich diese Thematik zu umfangreich darstellt. Auf jeden Fall gab es ständig Streit unter allen Beteiligten.
Da die Kinderanzahl im 18. und 19. Jahrhundert stetig anstieg, mussten die Schüler in 2 Durchgängen unterrichtet werden, denn in den Akten für 1811 werden schon 86 Schüler genannt. Diese Situation verlangte nach einer neuen Lösung und bewirkte, dass die Gemeinden Mittelpöllnitz und Geroda 1844 beabsichtigten, sich von der Schulgemeinschaft zu trennen. Daraufhin versprach die Gemeinde Oberpöllnitz den Neubau einer großen neuen Schule. Den Bauplatz an schöner sonniger Lage, mit großem Garten, verkaufte der damalige Rittergutsbesitzer Julius Aster zu bevorzugten Konditionen an die Gemeinde. Der Schulneubau sollte 1845 beginnen. Ständige Unstimmigkeiten in den Gemeinden über die Finanzierung und über die Baugestaltung haben aber den Beginn stets verschoben. Endlich kam es zu einer Einigung, kam es zur Bauausführung und im Sommer 1853 wurde das neue Schulhaus fertiggestellt und eingeweiht. Aber schon 1866 gab es neue Probleme. Geroda und Mittelpöllnitz beschlossen, nun doch aus dem Schulverbund auszutreten und eine eigene Schule zu errichten. Diese Absicht wurde 1869 vollzogen und die 2 Gemeinden haben in Mittelpöllnitz eine Schule gebaut und 1870 eingeweiht.
Der verbliebene Schulverband konnte jedoch die Hände nicht in den Schoß legen. Die steigende Kinderzahl zwang auch die Gemeinderäte zu weiteren Überlegungen hinsichtlich der Erweiterung der Oberpöllnitzer Schule. Also wurde ein Schulanbau geplant und 1907 in die Tat umgesetzt. Nun gab es ein vorzügliches Schulhaus mit zwei großen Unterrichtsräumen, mit zwei Lehrerwohnungen, einem Schulgarten und einem Sporthof. Auch ich bin ab 1952 zwei Jahre vor der Schließung noch in dieser Schule unterrichtet worden, bevor wir Oberpöllnitzer Kinder dann alle in Triptis weiter die Schule besuchten. (6)

Aus Literatur- und Akteninformationen
- Im Jahr 1591 wurden in Birkhausen als Gerichtsherren genannt: das Amt Weida, dem die Obergerichte allein zustanden und 4 Gerichtsherren, die sich in die Erbgerichte teilten. Die 4 Gerichtsherren waren: das Amt Weida, Heinrich v. Schauroth auf Geroda, Georg v. Zedwitz auf Uhlersdorf und Peter Meiße (?) zu Großebersdorf. (1)

- Im Jahr 1608 wurde Hildebrand v. Schauroth (1569-1628) von Kurfürst Christian II. v. Sachsen (1583-1612) für die Witwe Dorothee v. Pöllnitz auf dem Arlasgut Mittelpöllnitz, zum Lehnsvormund bestellt. 1612 erhielt die Witwe das Gut als Weiberlehen. (4)

- 1610 fand ein Auswechseln von Untertanen statt. Das Amt Weida übergab dem ins Amt Arnshaugk gehörenden Hildebrand v. Schauroth auf Geroda, eine Anzahl Untertanen aus den beiden Dörfern Birkhausen und Porstendorf und erhielt damit auch über 5 Hausgesessene in Porstendorf die Lehns- u. Zinspflicht. Das Amt erhielt im Gegenzug Untertanen des v. Schauroth in Forstwolfersdorf und in Neundorf. Gleichzeitig wurden dem v. Schauroth die Obergerichte in Birkhausen u. Porstendorf für 100 Gulden verkauft, wodurch er in diesen Orten alleiniger Gerichtsherr wurde.
Porstendorf hatte bisher 3 Gerichtsherren. Die Obergerichte besaß das Amt Weida, die Erbgerichte besaßen über 5 Hausgesessene die v. Pöllnitz auf dem Arlasgut Mittelpöllnitz und über 5 Hausgesessene die v. Schauroth auf Geroda.
In diesem abgeschlossenen Vertrag von 1610 mit dem Hildebrand v. Schauroth wurden die landesherrlichen Rechte, die Folge, die Steuer (ohne Land- und Tranksteuer) und auch die Dienste ausdrücklich ausgenommen und dem Amt Weida vorbehalten. (1)

- Birkhausen war im 15. u. 16. Jahrhundert unmittelbares Amtsdorf und verschiedenen Adligen standen einzelne Gerechtigkeiten zu. Nach 1610 war es schriftsässiges Dorf und unterstand dem Rittergut Geroda, das zum Amt Arnshaugk gehörte. Der Ort liegt 1,8 km nordöstlich von Geroda. In der Türkensteuerrechnung von 1557, S. 88 b ff., erscheinen 10 Untertanen. Ihre liegende Habe und ihr Vieh waren mit 1244 aß (alte Schock) veranschlagt. Zur Erbhuldigung im Jahr 1592 erschienen 10 Mann. Das Musterregister von 1588 nennt ebenfalls 10 Mann. (2+10)

- 1616 gab es 3 Pferde- und 6 Handfröner in Birkhausen. Die Pferdefröner hatten 2 Pflüge zu stellen. Sie waren gleichfalls zu den Jagddiensten verpflichtet, die sie im Jahr 1616 verweigerten, sich jedoch vor den kurfürstlichen Amtspersonen wieder willig erklärten. (5)
- 1618 waren in Birkhausen 11 Hausgesessene dem Hildebrand v. Schauroth zu Geroda, den Erben des Jobst v. Zedwitz zu Uhlersdorf und dem Georg Gastel zu Großebersdorf lehnbar und zinspflichtig. Das Amt Weida hatte keine Lehen und Zinsen mehr im Dorfe. Vorher hatte es im 15. und 16. Jahrhundert regelmäßig Erbzinsen an Geld eingenommen. Die Flur umfasste 3 ½ Königshufen (alte fränk. Königshufe = 48 ha). Die Hausgesessenen zahlten seit 1618 10 Gulden und 10 Groschen Hufengeld ins Amt. Nach dem Erbbuch wurde die Flur umgrenzt von den Fluren der Dörfer Wittchenstein, Geroda, Porstendorf, Lederhose, Großebersdorf, Neuensorga, Schwarzbach und den Landesforsten „Birkert und Eichert“. (1)

- Porstendorf im Amt Weida gehörte zum Teil unmittelbar unter das Amt, teils unter das Rittergut Geroda, teils unter das freie Arlasgut Mittelpöllnitz. Der Ort war nach Niederpöllnitz eingepfarrt und eingeschult. Die Flur umfasste 4 Königshufen, 52 Seelen und die 10 Hausgesessenen zahlten seit 1618 an das Amt Weida 18 Gulden und 15 Groschen Hufengeld. Der Ort liegt 2 km südöstlich von Geroda. (10)

- Aus dem Verzeichnis des Hildebrand von Schauroth zu Geroda über Untertanen und Zinsen im Dörflein Porstendorf im Jahre 1618 zu Beginn des 30 jährigen Krieges erfahren wir, welche Bauern wie viel geben mussten: (4)
(Erklärung der Kirchentage: Walpurgis: 1.05. Jacobi: 25.07. Michaelis: 29.09.)
Georg Peugsel:
von ½ Hufengut zu Walpurgis und Michaelis je 13 Groschen u. 3 Heller sowie ½ Scheffel Zinskorn u. 3 Malter Viertel Hafer.
Balthasar Triller:
zu Walpurgis und Michaelis je 5 Groschen u. 3 Heller sowie 1 Scheffel Zinskorn, 3 ½ Scheffel Hafer, 1 Fuhre Heu von der Wiese und nochmals zu Walpurgis und Michaelis je 4 ½ Groschen von seinem Haus, dem Garten und dem Acker, welches seiner Mutter gewesen ist.
Veit und Georg Meinhardt:
zu Walpurgis und Michaelis je 4 Groschen u. 6 Heller.
Veit Meinhardt:
von einem kleinen Garten, die alte Hofstatt genannt, 1 Füllhuhn zu Jacobi und 89 aß (alte Schock).
Rudolph v. d. Planitz :
von seinem Gut 14 Groschen Zins wieder künftig zu Michaelis.

- 1617 betrug die jährliche Zinsabgabe des RG Geroda an den Oberpöllnitzer Pfarrer 1 Scheffel Korn und 1 ½ Scheffel Hafer, Neustädter Maß. (1 Neustädter Scheffel = 112 Liter) (4))

- 1618 leihte Hildebrand v. Schauroth auf Geroda mit Zustimmung des Kurfürsten Johann Georg I. v. Sachsen (1585-1656) dem Christoph Abraham v. Werther auf dem Rittergut Mittelpöllnitz (angeblich sein Schwager?) 200 Gulden plus 12 Gulden landesüblichen Zins für ein Jahr. Als Pfand dienten 2 Bauern von Mittelpöllnitz, Heinz Wolschendorf und Georg Oelschläger, mit aller Zins und Frone und aller und jeder Gerechtigkeit, auch das Lehen und einer Wiese im Baumgarten. (3)

- 1622 verwieß Hildebrand v. Schauroth als Patron mit kurfürstlicher Bewilligung vom 24.02.1623 die Kirche von Birkhausen nach Schwarzbach. Bisher war sie eine Tochterkirche von Frießnitz. Aber der Schwager des v. Schauroth, der kurfürstlich-sächsische Kanzler Bernhard v. Pöllnitz auf Oberpöllnitz, Schwarzbach, Goseck etc., hatte 1622 Schwarzbach und ihm unterstehende Orte mit Zustimmung des Kurfürsten zu einem selbstständigen Kirchspiel erhoben und benötigte vielleicht noch mehr Pfarrkinder und Pfründe? Die Gemeinde gab dem Pfarrer von Frießnitz dafür als Entschädigung jährlich bis zum Lebensende insgesamt 10 ½ Scheffel Korn. (5+8)

- 1652 wurde Heinrich Hildebrand v. Schauroth beim Erbkauf des unterfränkischen Rittergutes in Aschbach zwischen den Pöllnitz-Vettern als Mitzeuge angegeben. Geschehen zu Dreitzsch am 10.03.1652. (9)

- 1657 erhielt erstmals der Schwarzbacher Lehrer für seine Dienste im Ort Birkhausen auf Veranlassung des hochedlen und gestrengen Herrn, Herrn Heinrich Hildebrand v. Schauroth, 18 Groschen aus dem Gotteshaus. Ebenfalls auch 1658. Danach verpflichteten sich die Einwohner, jährlich ein jeder 1 Maß Korn und 2 Groschen zu Michaelis dem Lehrer zu geben, für seinen schweren Kirchendienst und wegen der Schwere des Weges nach hier. (5)

- Im Jahr 1663 wurden die Kirchrechnungen üblicherweise im 17. Jahrhundert öffentlich abgehalten. So auch in Birkhausen. Aus diesem Anlass spendierte 1663 der damalige Kirchenpatron, der hochadlige gestrenge Herr, Herr Heinrich Hildebrand v. Schauroth für 4 Groschen Freibier, was er aber künftig nicht mehr zu geben bereit sei. (5)

- Das Rittergut Geroda war auch im Besitz der am östlichen Ortsrand gelegenen Herren- bzw. Wiesenmühle. Im Jahr 1682 kam es aufgrund einer Anordnung des Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen (1647-1691) zu Mühleninspektionen in seinen Landen, so auch im Neustädter Kreis. Ziel der Überprüfung war die Einhaltung der Kassierung der Mahlgroschen für die kurfürstliche Kanzlei, und ob dafür eine versiegelte, fest angebrachte Geldbüchse in der Mühle vorhanden sei sowie verschiedene andere Regelungen. Im Bericht unter der Nr. 61 steht: „Mühle zu Gerodig, dem v. Schauroth daselbst, Triptizer Gemees“. Es gab im Visitationsbericht für diese Mühle keine Beanstandungen.(7) Diese Mühle hatte der damalige Rittergutsbesitzer 1906 abbrechen lassen. Die Mühlentechnik wurde in das Gut verbracht und zum Schroten von Getreide weiter benutzt.

- Urkunde vom 3. Dezember 1691: Christian Julius von Schauroth auf Geroda bescheinigt, dass Just Hüffner von seinem Großvater, Peter Zorn, der inzwischen verstorben ist, Haus und Hof gekauft hat und belehnt ihn mit zwei im „sogenannten Albersdorff" gelegenen Äckern. Die Flur der Wüstung „Albersdorf“ Nahe Birkhausen wurde im 15. Jahrhundert auf 3 Dörfer aufgeteilt. (W. Sch.) (9)

- Im Jahr 1697 unterschrieb Christian Julius v. Schauroth als Beistand, Zeuge und Schlichter das Schlichtungsprotokoll der jahrzehntelang geführten Erbstreitigkeiten der v. Pöllnitz-Familien.
Schon 1693 gab es die versuchte „Inbesitznahme“ des Erblasses auf den Pöllnitz-Gütern Goseck, Gröbitz, Oberpöllnitz u. Schwarzbach. Während dieser bewegten Zeiten war Christian Julius v. Schauroth auch Pächter des Rittergutes Oberpöllnitz. Er wird 1693 bei den Erbstreitigkeiten mit genannt, da er die symbolische „Inbesitznahme“ durch fränkische Verwandte derer v. Pöllnitz verhinderte. Wie lange v. Schauroth Pachtinhaber blieb, ist noch nicht bekannt.
Eine weitere Verpachtung des Rittergutes Oberpöllnitz an einen v. Schauroth gab es auch 1797. Pächter war der Oberforstmeister Heinrich Friedrich Wilhelm v. Schauroth (1750-1804) mit Besitzungen in und um Saalfeld und später in Dürrenebersdorf b. Gera. Er verstarb 1804 in Gera. 1806 wird seine Witwe, Frau Johanne Magdalene Christine v. Schauroth, geb. v. Pflugk (1757-1810 Oberp.) als Rittergutspächterin genannt. Die Familie v. Schauroth muss längere Zeit Pachtinhaber in Ober- u. Mittelpöllnitz gewesen sein, wahrscheinlich bis ca. 1821. Siehe Pacht-Sequestrationsakten von 1806-1821, ThHStA Weimar, Amt Neustadt, Reg.Nr.1747 u. 1754 bzw. Schulhistorie von Oberpöllnitz und (9).

- Im Jahr 1703 schenkte der Leutnant Christian Julius v. Schauroth, ehe er ins Feld zog, der Kirche in Birkhausen eine grüne Altarbekleidung, damit ihn Gott vor aller Gefahr beschützen solle. (5)

- 1705 durfte das Rittergut Geroda auf der Porstendorfer Flur alle trift- und hutberechtigten Grundstücke mit 200 Schafen triften und hüten. Die 5 Porstendorfer Untertanen zahlen an das Gut an Erbzinsen zu Michaelis: 4 Scheffel Roggen, 7 ½ Scheffel Hafer und 6 Taler, 29 Silbergroschen und ½ Pfennig. (4)

- 1708 war Herr Roßmann Gerichtsverwalter der Schaurothschen Gerichte für Birkhausen. Er dokumentierte Erbstreitigkeiten der Herrschaft auf Geroda. (5)

- Urkunde vom 12. April 1720, Geroda, Adelige Schaurothsche Gerichte: Lehnsurkunde für Johann Hüffner, Sohn v. Jobst Hüffner. (9)

- 1735 wurde im Neustädter Kreis der Gesindedienstzwang für die Rittergüter verordnet. Das bedeutete, dass die Gutsuntertanen ihre erwachsenen Söhne und Töchter, ehe diese in andere auswärtige Dienste treten durften, der Gutsherrschaft zum Dienst vorstellen mussten und dies auch zu einem in der Gesindeordnung bestimmten Lohn. (4)

- Ab dem Jahr 1768 unterstand Birkhausen jetzt schriftsässig dem Rittergut Geroda. (8)

- Am 29.12.1772 verstarb der Gerodaer Rittergutsbesitzer Oberstleutnant Christian Adam v. Schauroth in Bayreuth (1708-1772). Er war markgräflich-bayreuthscher Kammerjunker und der Letzte v. Schauroth auf dem Gut. Lange Zeit auch auf der alten Grafenburg Hohenstein im Coburger Land lebend, mit denkbar intensiven Kontakten zum Herzoghaus Sachsen-Coburg-Saalfeld. (9)

- In den Akten des Thüringer Hauptstaatsarchiv Weimar (ThHStAW) wird in Verpachtungsangelegenheiten ein Dr. Elias Lucretius Krause seit 1772 als Mitbesitzer auf Geroda genannt und 1778 wurde die Witwe, Frau Rosine Johanne Krause, des Rittergutsbesitzers Dr. Krauses Mutter, unter dem Altar der Birkhausener Kirche beigesetzt. 1785 wurde ihr Sohn, Erb-, Lehns- und Gerichtsherr zu Geroda und Birkhausen neben der Mutter beerdigt.
Im Geburts- u. Taufregister der Pfarrei Oberpöllnitz wird als Zeugin bei einer Taufe 1797 eine Frau Dr. Krause als RG Pächterin aus Geroda genannt. Als ein neuer Besitzer wird 1808 Ernst Friedrich Wilhelm Schillbach aus Moßbach genannt. (8)

- Ab dem Jahr 1791 gehörte Birkhausen nun schriftsässig zu dem neu gebildeten Rittergut Birkhausen/Porstendorf, im Amt Weida. Es hat möglicherweise zu dieser Zeit eine Teilung oder einen Teilverkauf des Rittergutes Geroda gegeben, da es zu dieser Neukonstellation kam. (1)

- Laut Mittelpöllnitzer Ortschronik, S. 70 ff. besaß das Rittergut Geroda im 18. u. 19. Jahrhundert Hut- u. Triftrechte in der Flur Mittelpöllnitz und Porstendorf. Außerdem hatte das Gut Erbzins- u. Lehnsrechte in Mittelpöllnitz auf 2 gebundene Höfe sowie auf 8 ledige Grundstücke. Die Erbzinsabgabe insgesamt betrug 4 Taler, 29 Silbergroschen und 4 Pfennige. Hinzu kamen noch die jeweiligen Lehns- und Siegelgelder und Fronbelastungen.

- 1926 wird das Rittergut Geroda im Einwohnermeldebuch des Landkreises Gera mit 132 ha angegeben.

Anhang (Siehe auch meine Hauptseite zur Kirche Oberpöllnitz!)
- 1732 ist im Kirchenbuch Folgendes eingetragen:

„Am 23. Nov. 1732, nachts um 24.00 Uhr, hat Gott von dieser Welt abgefordert, die wohlgeborene Frau, Frau Anna Elisabeth verwitwete v. Gößnitz, geb. v. Rodenbach. Des wohlgeborenen Herrn Johann Carl v. Gößnitz, gewesener Erblehn- u. Gerichtsherr in Weischlitz, hinterlassene Witwe. Sie hatte sich bei dem Herrn v. Schauroth in Geroda als nächsten Anverwandten 6 Monate aufgehalten. Sie wurde am 26. Nov., abends bei Fackeln, auf den Oberpöllnitzer Kirchhof mit einem Leichensermon beerdigt. Gott lasse sie sanft ruhen nach ihren ausgestandenen vielen Schmerzen und erwecke sie zum ewigen Leben, durch Christum.
Am 10. Dez. 1732, morgens um 5.00 Uhr, hat auch aus Gnaden zu sich genommen, die wohlgeborene Frau, Frau Eva Sabina verwitwete v. Schütz, geb. v. Rodenbach, des wohlgeborenen Herrn Hans Georg v. Schütz auf Moßbach hinterlassene Witwe. Sie war die Großmutter des Herrn v. Schauroth auf Geroda und hielt sich mit ihrer Schwester auf dem Gut auf. Sie folgte ihrer seligen Frau Schwester sogleich im Tode nach. Beide liegen auf dem Gottesacker im Kirchhof Oberpöllnitz beieinander. Der entseelte Körper der Frau v. Schütz wurde am 14. Dez., nach adligem Brauch am Abend, mit einem Sermon beerdigt. Gott lasse sie sanft ruhen und erwecke sie am Jüngsten Tag zur ewigen Freude, durch Christum.“

Literaturverzeichnis
(1) ThHStAW, Amt Weida, ausführliche Jahrgangsnachrichten, Reg.Nr. sind bekannt
(2) ThHStAW, Justizamt Weida, Steuern, Türkensteuerrechnungen, allgem. Rechnungen
(3) ThHStAW, Amt Neustadt/O. und Justizamt Triptis, Aktennotizen
(4) „Mittelpöllnitzer Ortschronik“ von Werner Hänseroth, 2007
(5) „Schwarzbacher Chronik“ von Herrn Pfarrer Wolf, 1921
(6) „Schulhistorie von Oberpöllnitz“ von Herrn Lehrer Wolf, 1923
(7) „Die Mühleninspektion im Neustädter Kreis“ von Dr. Frank Reinhold, 1995
(8) Dokumentationen über die Orte Birkhausen, Niederpöllnitz, Porstendorf …, von Herrn Schmidt, 1938
(9) Private Archiv-Dokumentation des Verfassers
(10) Extrakt der Ortslexikenangaben von Lehfeldt, Kronfeld, Schumann …
(11) „Die Geschichte der ostdeutschen Kolonisation im Vogtland“ von Dr. Leipoldt, 1927
12. „Der Thüringisch-Vogtländische Sprachraum“ von Dr. Gerda Glück, 1938
13. „Die deutsche Kolonisation des Orlagaues“ von A. Wandsleb, 1911
14. „Der Orlagau im frühen und hohen Mittelalter“ von P. Sachenbacher u. H.-J. Beier, 2007

Verfasser: Wolfgang Schuster, Triptis/Thür. 1/2009 - akt. 12/2012
In Fortsetzung informiere ich über die jeweiligen Gutsherren v. Schauroth.

 

Ansicht des ehemaligen Rittergutsgeländes in Geroda. Sichtbar das 1938 neuerbaute Herrenhaus sowie die nach 1946 entstandenen Neubauernhäuser. Das ursprüngliche Vorwerk entwickelte sich höchst wahrscheinlich aus einem uralten Befestigungspunkt innerhalb markanter Grenzlinienpunkte entlang der Ostgrenze des Orlagaus. (Zum Verlauf der Ostgrenze des ehemaligen Orlagaues siehe meinen speziellen Beitrag "Der Orlagau".)

 

Die Abbildung zeigt das 1860 gebaute alte Herrenhaus des Rittergutes, das 1938 durch einen Brand zerstört wurde.