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Brandkatastrophe bei einem Neubauer

Scheunenbrand in Oberpöllnitz 1956
(Eine Protokoll - Nachschrift des Wehrleiters Herbert Wetzel, Oberpöllnitz)

„Heute, am 31.05.1956, 16.15 Uhr, schlug ein Blitz in die Scheune des Siedlers Gustav Petzold ein und dieselbe wurde ein Opfer des Feuers. Nachdem der Alarm ausgelöst war, war innerhalb 4 Minuten die Spritze am Teich auf der Anlegestelle. Es wurden 240 m B-Schlauch und 30 m C-Schlauch ausgelegt und innerhalb 14 Minuten war das Wasser am Brandherd. Nach ca. 8 Minuten konnte auch noch aus einer zweiten Leitung gespritzt werden, welche aus einer Länge von 30 m B-Schlauch und 30 m C-Schlauch gelegt war.
Nachdem die Pumpe 10 bis 12 Minuten lief, setzte ein Zylinder aus und wir konnten nur noch mit der Hälfte der Maschinenleistung arbeiten. Inzwischen kam auch die Nachbarwehr Triptis zu Hilfe und schaltete sich sofort mit ein. Nach ca. 23. Minuten setzte an unserer Maschine auch noch der zweite Zylinder aus. Verbrauch unserer Maschinenspritze: 8 bis 10 Liter Kraftstoff Benzin und ein halber Liter Öl.“

Anwesende Feuerwehr-Kameraden:
Wetzel, Herbert 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Schumann, Horst 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Müller, Lothar 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Serbser, Werner 16.20 bis 21,30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Bockshorn, Rudolf 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Pichler, Lothar 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Turetschek, Georg 16.20 bis 21.30 Uhr = 5 Std. 10 Min.
Sonntag, Karl 17.00 bis 21.30 Uhr = 4 Std. 30 Min.
Zahn, Rudolf 19.00 bis 21.30 Uhr = 2 Std. 30 Min.

Nachtwache:
Pichler 21.30 bis 23.00 Uhr = 1 Std. 30 Min.
Zahn 21.30 bis 23.00 Uhr = 1 Std. 30 Min.
Turetschek 21.30 bis 23.00 Uhr = 1 Std. 30 Min.

Schumann 23.00 bis 2.00 Uhr = 3 Std.
Sonntag 23.00 bis 2.00 Uhr = 3 Std.
Bockshorn 23.00 bis 3.30 Uhr = 4 Std. 30 Min.

Wetzel 2.00 bis 7.00 Uhr = 5 Std.
Serbser 2.00 bis 7.00 Uhr = 5 Std.
Müller 2.00 bis 7.00 Uhr = 5 Std.

Nachteinsatz der Triptiser Spritzenmaschine:
von 2.30 bis 3.00 Uhr
von 4.20 bis 4.50 Uhr
von 6.15 bis 6.45 Uhr

Um 3.00 Uhr 10 Liter Benzin und 0,5 Liter Öl bei dieser Maschine aufgefüllt.

gez. Herbert Wetzel, Wehrleiter Oberpöllnitz

Nachtrag:
Gustav Petzold war ein sogenannter Neubauer und hatte durch die Bodenreform 1946 als Neubauernsiedlung das ehemalige Forsthaus des Rittergutes hinter dem Rundschloss erhalten. Die benannte Scheune war ein abgetrennter Teil der alten Rittergutsscheune. Sie wurde umgehend wieder neu aufgebaut und steht auch heute noch.
Ich danke Jürgen Schneider für die Übergabe der Protokollschrift und Roland Wetzel für seine Genehmigung zur Veröffentlichung.

Wolfgang Schuster, Triptis/Oberpöllnitz 8/2013