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Schlosspark

In Erinnerung:

Da es in der heutigen Zeit nur noch wenige Zeitzeugen gibt, die den ehemaligen Schlosspark noch kennen, gebe ich hiermit die Informationen wieder, die ich von Frau Erika Riebel geb. Abicht erhalten habe. Sie ist die Tochter des letzten RG-Pächters Albert Abicht. Er war Pächter der Rittergutsökonomie Oberpöllnitz bis 1945.

 

Frau Elly Abicht geb. Hemmann und Frau Lucie Kraft geb. Siegel unterwegs in der Parkanlage. Zu sehen ist der Hauptweg vom Schloss, ostwärts, mit dem Ausgang zum jetzigen Kindergarten (dem ehemaligen HJ-Heim).

 

Sonntagsspaziergang im Park. Frau E. Abicht mit ihren Töchtern Edith und Erika, nebst Nichte Henni. ( Frau Henni Geßner aus Mittelpöllnitz)

 

Frau E. Abicht mit den Töchtern Erika und Edith auf der Holzbogenbrücke zum Park.

 

Schlossansicht von der östlichen Parkseite. Zu erkennen ist die Baumallee mit der Zugangsbrücke.

 

Die Beschreibung der Parkanlage nach Informationen von Frau Erika Riebel geb. Abicht:

Vom Schloss aus gesehen lag der Park in Ostrichtung. Im Süden zur Dorfstraße und zum Kirchengelände hin sowie im Norden zu den Weiden des Gutes hin ist er noch immer mit einer Natursteinmauer umgeben. Im Osten war der Park mit einem Zaun und einer Buchenhecke begrenzt. In den Park konnte man hinter dem Schloss auch über eine Holzbogenbrücke gelangen. Vom Haupttor, gegenüber dem hinteren Schlossausgang, führte ein Hauptweg zum östlichen Ausgangstor. Zu beiden Seiten dieses Weges befanden sich Pappelbäume, früher war es eine Kastanienallee. Im hinteren Drittel bis fast zum Ausgang säumten Blumenrabatten den Weg, eingefasst mit Buchsbaumhecken. In der Mitte des Weges befand sich ein Sitzplatz, umgeben von Kastanienbäumen und als Wind- und Sichtschutz eine breite "Schneebeerenhecke". Links oberhalb im Park standen mehrere riesige Blau- und Silbertannen. Ebenso zwei große Magnolienbäume, die in der Blütezeit von Erika Abicht immer bestaunt wurden. Links vom Eingang stand ein ziemlich großer, ovaler Pavillon, nach Süden offen. Er wurde im Sommer viel für Kaffeekränzchen bzw. als Ruheplatz genutzt. Davor ein schöner freier Sitzplatz mit Gartenmöbeln aus Birkenholz. Abgegrenzt wurde das Ganze in der vollen Breite des Pavillons von einer Säulenmauer aus Grottensteinen und Sträuchern der japanischen Quitten. Ein großer Teil des Parkes war mit Obstbäumen bepflanzt. An der südlichen Parkmauer entlang der Dorfstraße standen Kastanienbäume und zur Kirchenseite hin wuchsen weiße und blaue Fliederbüsche. Am Ende dieser Mauer entlang der Dorfstraße stand ein runder, geschlossener zweiter Pavillon. Ansonsten wuchsen im Park noch Rotbuchen, Eichen, Trauerweiden und Birken. Fast alle Großbäume wurden 1946/47 gefällt und der Park im Zuge der Bodenreform in 5 Wirtschaftsgärten aufgeteilt. Besitzer wurden Aster/Beno – Schünzel/Petzold – Reymund/Tränkler – Bergmann und später ein Teilstück die Stadt Triptis.

Wolfgang Schuster, Triptis/Oberpöllnitz 2/2005

 

Die Familie Abicht vor dem Eingang des Pächterhauses vom Rittergut Oberpöllnitz. Links Frau Erika Riebel, rechts Frau Henni Geßner