website security

Abriss des Sozi in Triptis

In diesen Tagen des Monats April 2016 wird das berühmte Triptiser Veranstaltungshaus "Sozi" abgerissen. 1959 in Gemeinschaft der Triptiser Betriebe erbaut, war es vorwiegend für die Mitarbeiterversorgung der Betriebe zuständig. Ab 1961 mit Gründung des "Triptiser Carneval Vereins" (TCV) begann dann auch die Veranstaltungsära dieses Hauses. Mit der nachfolgenden Bildung des "Klub der Werktätigen" als Träger breiter kultureller Veranstaltungsangebote für die Einwohner der Stadt und umliegenden Gemeinden, setzte eine legendäre Kulturaktivität im "Sozi" ein. Die aktivsten Kulturorganisatoren waren dann bis 1990 der Klubrat der Stadt Triptis, der "TCV" und die jeweiligen "Tanzaktive der Jugend". Das "Sozialgebäude", ein Haus der Erinnerungen, ist nunmehr Geschichte!

Sozi - Erinnerungen

Gedanken zur Legende des „Sozialgebäude Triptis“, kurz Sozi !
In diesen Tagen des Monats April 2016 wurde das berühmte Triptiser Veranstaltungshaus „Sozi“ abgerissen. 1959 in Gemeinschaft der Triptiser Betriebe erbaut, war es in erster Linie für die Mitarbeiterversorgung der Betriebe gedacht. Doch ab 1961 mit der Gründung des „Triptiser Carneval Vereins“ (TCV) begann dann auch die Veranstaltungsära dieses traditionsreichen Hauses. Mit der nachfolgenden Bildung des „Klub der Werktätigen“ als Träger breiter kultureller Veranstaltungsangebote für die Einwohner der Stadt und umliegenden Gemeinden, setzte eine legendäre Kulturaktivität im Sozi ein. Die aktivsten Kulturorganisatoren waren dann bis 1990 der Klubrat der Stadt Triptis, der „TCV“ und die jeweiligen „Tanzaktive der Jugend“. Das Sozialgebäude, ein Haus der Erinnerungen, ist nunmehr Geschichte!
Mehrere Generationen, so auch ich, verbinden mit dem Sozi die ersten Besuche von Tanzveranstaltungen (ohne Eltern), die erste Liebe oder den ersten Kontakt für das darauffolgende dauerhafte Zusammenbleiben. 1963 habe ich mit 18 Jahren die ersten Veranstaltungen besucht. Damals war es noch gang und gäbe, dass man ohne Begleitperson erst ab 18 eine Tanzveranstaltung besuchen durfte und das möglichst im Anzug und mit Schlips! Höhepunkte waren in den 60-ziger Jahren die vom Jugendaktiv unter Leitung von Werner Zinke organisierten Tanzabende mit dem Schauorchester „Reni“ und besonders auch mit dem bekannten „Tanz- u. Schauorchester Rostock“. Gleichbedeutend waren für alle Faschingsfreunde auch die überaus beliebten Veranstaltungen des weithin bekannten „TCV“ unter der Leitung bis 1990 von Erich Sippl. Ein volles Haus vom Keller bis zum Dach war garantiert - mitunter weit über die zulässige Gästezahl hinaus - und alle älteren Besucher erinnern sich noch heute an die wunderbaren Auftritte des Damenballetts unter der Leitung des erfahrenen ehemaligen Tänzers „Felix“.
Ab 1971 bis 1990 war ich besonders mit dem Sozi verbunden. Als Leiter des legendären „Tanzaktiv Triptis“ - dazu gab es gerade in den letzten Monaten in Triptis eine Sonderausstellung - später als Discjockey sowie Mitglied bzw. Leiter des Klubrates der Stadt Triptis und dann als Stadtrat für Kultur bis 1990. Für die Jugend wurden Veranstaltungen mit fast allen namhaften Profibands der DDR-Szene organisiert. So war auch die Gruppe „Renft“ Stammgast und sogar 3 Wochen vor ihrem Totalverbot 1976 noch im Haus. Besonders in meiner Erinnerung ist noch immer der 2. Auftritt der „Modern-Soul-Band“ aus Berlin im Jahr 1973. Hier war der Zustrom der Besuchswilligen so gewaltig, dass wir gezwungen waren, um Ausschreitungen zu verhindern, alle Türen weit zu öffnen und die Kassierung einzustellen. Das gab natürlich im Nachhinein Probleme mit der Leitung des Betriebes auf dessen Gelände das Sozi stand. Die nachfolgenden Tanzaktive unter der Leitung von Dietmar Klisch und Stefan Müller setzten diese erfolgreichen Jugendveranstaltungen bis 1990 fort.
Auch für die sogenannten „Familienabende“ können Höhepunkte genannt werden. So schaffte es der Klubrat der Stadt die beliebten und vom Fernsehen bekannten Künstler Manfred Uhlig und Günter Hansel mit ihren Programmen „Alte Liebe rostet nicht“ und „Landpartie“ nach Triptis zu holen. In den 80-ziger Jahren organisierte der Klubrat viele Veranstaltungen gemeinsam mit den „Konzert- und Gastspieldirektionen“. Damit waren Auftritte bekannter Profikünstler gesichert, zu denen z.B. Regina Thoss oder Frank Schöbel gehörten.
Das Sozi war außer der betrieblichen Arbeiterversorgung eben auch für die Stadt und der Umgebung ein Haus der Kultur. Für unzählige Gäste und Gastgeber, so auch für mich, war es ein Haus der schönen Erinnerungen, oft voller Anstrengungen und ein Ort, in dem ich 27 Jahre tolle Veranstaltungen erlebt habe.

Wolfgang Schuster Triptis 4/2016

Artikel in der "Ostthüringer Zeitung", Ausgabe Pößneck 27.06.16

Der Standort des "Sozi" in Triptis ist Geschichte. In rühmlicher Eigeninitiative und mit Unterstützung auswärtiger Gewerbebetriebe wurde in Anlehnung an den ursprünglichen Gartenbereich erneut wieder eine gärtnerische Anlage geschaffen.